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23.09.2011

erhängt

mir bleibt der atem weg, nachdem sie mir auf die frage, wie sie gestorben ist, geantwortet hat. ich fange an zu zittern. werde sauer, auf meine mutter. sie hatte mich angelogen, mir gesagt, sie wäre an krebs gestorben. sie hatte kein wort über depressionen oder selbstmord gesagt. sie redet vor sich hin, dass sie es nicht nachvollziehen kann. ich denke mir meinen teil, sage aber nichts. dann reißt sie auch noch einen geschmacklosen witz über den selbstmord ihrer stiefmutter. ich frage mich, ob sie auch darüber scherzen würde, wenn ich es durchgezogen hätte. ich will endlich aussteigen. bus fahr doch schneller. sie erzählt mir, was sie für gründe hatte. die gründe erscheinen ihr unsinnig. sie sagt andauernd, dass normale menschen das nicht verstehen und nachvollziehen können. achso, jetzt sind menschen wie sie und ich unnormal oder was? achso ist klar.. endlich ist der bus da. ich steige aus, sie auch. wir laufen zusammen nach hause. der weg kommt mir endlos vor. sie fragt mich, ob ich noch depressionen habe. nein, quatsch, die sind vorgestern ausgezogen. ich nicke. sie bleibt stehen, nimmt meinen arm. sie sagt mir, dass ich ihr vorher bescheid sagen soll, wenn irgendwas ist, weil sie sowas nicht nochmal durchmachen will. ich nicke. innerlich schreie ich "bescheid, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich habe pläne!"



2 Kommentare:

  1. zu deinem then & now:
    wirklich, großes kompliment, dass du das geschafft hast!
    jetzt ist es perfekt, nicht so dick, nicht zu dünn!

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  2. ich hab angst um dich. ich liebe dich.

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