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11.02.2011

friedhofliebe, rasierklingenliebe



es war ein kurzer moment. geh dort hin. tu es dort.
ich zog meine jacke an, nahm die klinge. ich nahm den hund als alibi und rannte los. das friedhofstor, was direkt an meinen garten grenzt quietschte. dieses vertraute quietschen. ich lief über den hauptweg. schnellen schrittes zum haupteingang. ich fühlte mich wohl. ich war unter meinen gleichgesinnten. tot. das wollte ich sein. ich band meinen hund an der laterne fest, die zum glück kein licht spendete. ich setzte mich auf die nasse kalte bank. ich atmete ein und aus. die stille. hier war ich zuhause. ich sah die lichter auf den gräbern. ich sah die grabsteine. ich flüsterte vor mich hin. ich zog die klinge aus meiner tasche. ich bin mir egal, ich spüre nichts, flüsterte ich.
ich schnitt und schnitt und schnitt. ich hatte meine jacke ausgezogen saß dort im top. bei graden um den null punkt. mir war nicht kalt. ich spürte ja nichts. ich schnitt und schnitt und schnitt. ich liebte es. ich sah das auto von meinem vater am friedhof vorbeifahren. ich zog schnell die jacke an. lief los. ich spürte, wie das blut meine unterarme herunterläuft, wie es meine handgelenke umschließt und an meinen fingerspitzen abtropft. ich flüsterte auf dem weg zum hintereingang, du spürst nichts, du bist hier geborgen, du bist egal, du bist nicht krank, du spürst nichts. es half. ich ging gleichzeitig mit meinem vater durch die tür. er nahm die haustür. ich die gartentür. ich sagte, dass ich mit dem hund raus war und rannte nach oben. ich schaute die schnitte an. wundervoll. dieses blut. es soll fließen.

2 Kommentare:

  1. Sich auf dem Friedhof zu ritzen, findest du das nicht ein bisschen respektlos?

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  2. ja ich weiß, ich bin halt respektlos und scheiße

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